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Aktuelles

Zwei Millionen deutschen Kindern droht Armut

Von den 13,1 Millionen Kindern, die in Deutschland aufwachsen, gilt jedes sechste als von Armut bedroht. Töchter und Söhne von Alleinerziehenden sind am stärksten gefährdet.

Jedes sechste der insgesamt mehr als 13 Millionen Kind in Deutschland ist von Armut bedroht. Wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch in Berlin mitteilte, trifft dies für rund 15 Prozent aller Kinder unter 18 Jahren zu. „Kinder in Haushalten von Alleinerziehenden sind am stärksten gefährdet“, sagte der Präsident des Statistischen Bundesamts, Roderich Egeler, bei der Vorstellung von neuen statistischen Daten zu Kindern in Deutschland. Ihre Armutsgefährdung liege mit 37,5 Prozent dreimal so hoch wie bei Haushalten allgemein (13 Prozent). Armut bedeutet, dass das Netto-Einkommen im Elternhaus unter dem Schwellwert von 11.151 Euro pro Jahr liegt.

Der Kinderanteil in Deutschland ist in den vergangenen zehn Jahren erheblich gesunken. 2010 lebten rund 2,1 Millionen weniger Kinder in Deutschland als noch im Jahr 2000. Ihr Anteil an der Bevölkerung sank um 2,3 Prozentpunkte auf 16,5 Prozent. Für das Jahr 2030 prognostizierte Egeler einen Kinderanteil von nur noch 15 Prozent. Egeler betonte, dass der Rückgang an Kindern in Ostdeutschland besonders stark war: „Im Jahr 2010 gab es hier 29 Prozent weniger Kinder als zehn Jahre zuvor.“

Jedes vierte Kind lebt als Einzelkind, stellte das Bundesamt fest. Knapp die Hälfte der Kinder hat einen Bruder oder eine Schwester. Etwas mehr als ein Viertel der Kinder hat zwei Geschwister oder mehr.

Mehr als drei Viertel der Kinder leben bei verheirateten Eltern (76 Prozent). Jedes sechste Kind (17 Prozent) wächst nur mit einem Elternteil auf, sieben Prozent der Kinder bei Paaren ohne Trauschein. Dabei ist der Anteil der Alleinerziehenden in Ostdeutschland (24 Prozent) erheblich höher als in der alten Bundesrepublik (15 Prozent). Kommt es zu einer Scheidung, streiten die Eltern seltener als früher um das Sorgerecht. Nur noch in einem von zehn Fällen kam dies 2010 vor, im Jahr 2000 waren es noch drei von zehn Fällen.
Bei der Hälfte der Kinder in Deutschland (51 Prozent) sind beide Eltern erwerbstätig. Nur ein Elternteil ist bei 38 Prozent erwerbstätig, bei elf Prozent der Kinder arbeitet kein Elternteil.

Beinahe eine halbe Million Kinder ging im Jahr 2009 zur Erziehungsberatung oder bekam andere Hilfe beim Heranwachsen. Die Gründe reichten nach Angaben von Egeler von Verhaltensauffälligkeiten über „eingeschränkte Erziehungskompetenz der Eltern“ bis hin zur „Gefährdung des Kindeswohls“. Von den insgesamt rund 474.000 Kindern, die diese Hilfe erhielten, waren 56 Prozent Jungen. Die häufigste Form der Hilfe war eine Erziehungsberatung, zehn Prozent der Kinder gingen in stationäre Behandlung.

Erfreuliches berichtete Egeler über den Rückgang von Sterbefällen bei Kindern durch Unfälle. „Während im Jahr 2000 insgesamt 577 Kinder an Verletzungen, durch Unfälle, Selbstmorde oder Gewalt zu Tode gekommen sind, waren es 2009 nur noch 281 Kinder“, sagte er. Das entspreche einem Rückgang um 51 Prozent.

Auch das Unfallrisiko im Straßenverkehr sank. Im Jahr 2000 verunglückten noch 576 Kinder und Jugendliche tödlich, fast dreimal so viele wie 2010 (205 Kinder).

Laut Statistischem Bundesamt werden Jugendliche in Deutschland heutzutage später flügge als früher. Dabei blieben die Jungen länger im „Hotel Mama“ als die Mädchen, sagte Egeler. „Mit 25 Jahren wohnte 2010 nur noch jede fünfte junge Frau im elterlichen Haushalt“, erklärte er. Bei den Jungen waren es 38 Prozent. Einen längeren Zeitvergleich konnte das Bundesamt mit Zahlen aus dem früheren Bundesgebiet ziehen. „Hier wohnten 2010 rund 30 Prozent der 25-jährigen mit ihren Eltern unter einem Dach. 1980 lag der Wert bei 21 Prozent“, sagte Egeler.

(Quelle: Berliner Morgenpost)

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