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Aktuelles

Wo ist meine Hebamme

PRESSEMITTEILUNG

„Wo ist meine Hebamme?“: Eltern protestieren gegen Unterversorgung in Bonn Mitmach ‐ Aktion und Infoveranstaltung für Familien und Interessierte

Bonn, 24. Februar 2015 -­ Die Bonner Elternprotestgruppe „Familien fordern Hebammen“ lädt zu einer Ermahnwache am 21. März um 11 Uhr vor dem Alten Rathaus ein. Ein Jahr nach der letzten Protestaktion vor dem Bundesgesundheitsministerium versammeln sich die Familien wieder, um auf die nach wie vor unsichere Situation der Hebammen aufmerksam zu machen. Denn die Haftpflichtprämien sind vor allem für die freiberuflichen Hebammen weiter immens gestiegen (zuletzt auf rund 500 Euro im Monat) und daher für viele nicht mehr finanzierbar. Zudem droht im kommenden Jahr ein „Berufsverbot“. „Wir Eltern sind wütend, dass die Politiker immer noch keine Lösung für die prekäre Lage der Hebammen gefunden haben,“ sagt Melanie Becker vom Bonner Elternprotest und Organisatorin der Aktion. „Wir sind empört über die stetig zunehmende Unterversorgung mit Hebammen vor, während und nach der Geburt auch in Bonn und Umgebung.“

Zu der Mitmach-­‐Aktion „Wo ist MEINE Hebamme?!“sind alle Eltern und Interessierte eingeladen. Ein Informationsstand wird außerdem über die aktuelle Versorgungslage in Bonn und Deutschland informieren. Die Mitmach-­Aktion beinhaltet eine kleine Choreographie, die von der ganzen Familie leicht umgesetzt werden kann.

In Bonn und deutschlandweit geben immer mehr Hebammen die Geburtshilfe auf

In Bonn haben in den letzten Jahren von 19 Hebammen 14 ihre Tätigkeit als so genannte Beleghebamme in Bonner Krankenhäusern aufgeben. Anfragen von Müttern zur Nachsorge können nach Berichten des Bonner Geburtshauses und anderen Hebammenpraxen in Bonn sowie dem Netzwerk „Frühe Hilfen“ nicht mehr bedient werden. Verzweifelte Frauen müssen abgewiesen werden. In ganz Deutschland schließen Geburtshäuser und Geburtsstationen in Kliniken. Geburtshilflich tätige Hebammen ziehen sich aus der Geburtshilfe zurück oder geben ganz auf. Das Recht der Frauen auf die freie Wahl des Geburtsortes ist den Schwangeren nicht mehr garantiert.

Massiver Hebammenmangel gefährdet Gesundheit von Müttern und Kindern

Das Versorgungssystem für Schwangere, Mütter und Säuglinge ist im Begriff gänzlich zusammenzubrechen: Freiberufliche Hebammen, die in Vorsorge, Geburten (auch in Kliniken) und Nachsorgen tätig sind, können sich ihren Beruf wegen der jährlich massiv gestiegenen Haftpflichtprämien nicht mehr leisten. Die Situation verschärft sich weiter, da ab Mitte 2016 gar kein Versicherungsschutz mehr besteht, weil kein Versicherungsunternehmen Hebammen versichern möchten.

Langfristige Lösungen müssen die Versorgung durch Hebammen sichern

Zur Rettung des Hebammenversorgungssystems fordern Eltern und Gesundheitsexperten seit langem einen staatlichen Haftungsfonds. Des Weiteren muss während der Geburt eine 1:1-­‐ Betreuung durch eine Hebamme sichergestellt werden. Doch je weniger Hebammen Geburtshilfe leisten (auch in den Krankenhäusern), desto schlechter wird die Betreuung von Gebärender und Neugeborenem. So sehen internationale Studien wie die Cochrane Studie (Cochrane Review 2013) oder die Arbeiten des Arbeitskreises Frauengesundheit e. V. (www.akf-­‐ info.de) in der 1:1-­‐Betreuung eine entscheidende Voraussetzung für eine sichere Geburt und eine geringe Kaiserschnittrate. Dennoch unternahm die Bundesregierung bislang nur unzureichende Maßnahmen, um der derzeitigen Entwicklung entgegenzuwirken. Aktuell hat der Bundesrat die Vorschläge des Gesundheitsministeriums zur Regressdeckelung („Versorgungsstärkungsgesetz“) abgelehnt. Die Bundesregierung solle nun u. a. einen staatlichen Haftungsfonds für Hebammen und alle Gesundheitsberufe prüfen. Die Sicherheit und Versorgung von Mutter und Kind ist ein von der Gesundheitsorganisation WHO festgeschriebens Menschenrecht, von Deutschland unterschrieben. Die Bundesregierung wird nun von den betroffenen Eltern und Initiativen aufgefordert, die Verletzung dessen nicht länger zu leugnen und schnell, nachhaltig zu handeln.

Kontakt:
Elternprotestgruppe Bonn/Umgebung „Familien fordern ihr Recht!“
Ansprechpartnerin: Melanie Becker, die@theatermacherin.org, Tel. 0177/5215244
Dr. Katharina Hartmann, katharina@humanrightsinchildbirth.com, Tel. 0228/96101020
Öffentliche Facebook-­Gruppe: https://www.facebook.com/groups/561912683939588/
Allgemeine Informationen: www.hebammenunterstuetzung.de

Quelle: Elternprotest, Hebammenunterstützung.de 

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