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Aktuelles

Notstand: Immer mehr Pflegebedürftige und immer weniger Pfleger

In den kommenden neun Jahren braucht Deutschland 220 000 Vollzeit-Pfleger zusätzlich. Das ist das Ergebnis einer Studie, die das Institut der Deutschen Wirtschaft (IW) zusammen mit dem Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste vorstellte. Bereits heute kommt auf drei unbesetzte Stellen in der Altenpflege nur eine arbeitsuchende Altenpflegefachkraft. Der gestrichene Zivildienstes hat das Problem offenbar verschärft. Es fehlen zudem Fachkräfte.

Das Umsatzvolumen für Pflegeleistungen beläuft sich im Jahr 2011 voraussichtlich auf rund 33 Milliarden Euro und hat sich in den letzten 15 Jahren fast verdoppelt. Aufgrund der demographischen Entwicklung wird sich die Zahl der Pflegebedürftigen bis 2050 auf rund 4 Millionen erhöhen. Dadurch steigt der Bedarf an Voll- und Teilzeitbeschäftigten voraussichtlich auf bis zu 2,1 Millionen. Dabei gibt es bereits heute einen großen Fachkräftemangel in der Pflege. „Fakt ist, wir haben einen schmerzhaften Fachkräftemangel“, sagt Bernd Meurer, Präsident des Bundesverbands privater Anbieter sozialer Dienste (BPA), der die Studie in Auftrag gegeben hat.

Die vorhandenen Fachkräfte sind deshalb laut Meurer einer chronischen Überlastung ausgesetzt: “Die Studie verdeutlicht die hohe Wirtschaftskraft einer zukunftsfähigen Branche, aber auch die übergroßen Herausforderungen einer immer älter werdenden Gesellschaft. Wenn wir heute nicht handeln, wo uns derzeit schon zehntausende Fachkräfte fehlen, programmieren wir den Pflegenotstand von morgen. In den kommenden neun Jahren werden wir noch mindestens 220.000 zusätzliche Pflegekräfte allein in der Altenpflege benötigen.  Wir brauchen Ausbildung, Weiterbildung und die Wiederaufnahme der Finanzierung des dritten Umschulungsjahres sowie eine qualifizierte Zuwanderung verbunden mit einer unbürokratischen Anerkennung der entsprechenden Berufsabschlüsse”, so Meurer.

“Ohne gesteuerte qualifizierte Zuwanderung werden wir jedoch nicht auskommen. Als Pflegewirtschaft fordern wir daher von der Politik, unverzüglich gesicherte Rahmenbedingungen für die Zuwanderung von Fachkräften aus Nicht-EU-Staaten zu schaffen”, so der bpa-Präsident. “Der demographische Wandel stellt uns in den kommenden Jahren vor immense Herausforderungen. Aus diesem Grund ist die Vorrangprüfung abzuschaffen und das zeitaufwendige und bürokratische Anerkennungsverfahren ausländischer Berufsabschlüsse schleunigst zu ändern. Würden jetzt auch noch über 90 % der heutigen Auszubildenden mit Real- oder Hauptschulabschluss zukünftig abgewiesen, sind die Pflegebedürftigen von morgen sich selbst überlassen”, ist sich Meurer sicher. “Die EU-Regelungswut würde die Pflege in ein Fiasko stürzen.”

Die Verabschiedung eines Ausbildungsstärkungsgesetzes wäre nach Ansicht des bpa zudem ein wichtiger Schritt für eine gesicherte pflegerische Versorgung. Ein solches Gesetz soll verlässliche Rahmen- und ausdrücklich auch Finanzierungsbedingungen für die Ausbildungsstellen und damit eine sichere Perspektive für ausbildungswillige junge Menschen schaffen.

(Quelle: Markenpost.de)

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