28.03.2017
Besucher Gesamt
Online:
1
Besucher heute:
4
Besucher gesamt:
106.848
Zugriffe heute:
4
Zugriffe gesamt:
253.007
Besucher pro Tag: Ø
50
Zählung seit:
 22.05.2011

Aktuelles

Leserbrief zum Leitartikel im Fokus

Hallo Focus,
"Eltern sind dumm?"  -  Sicher nicht, es sei denn man wertet rein ökonomisch. Tun wir´s doch mal. Die Erziehungs- und Versorgungsleistung einer Mutter dürfte bescheiden bewertet in 20 Jahren auf runde 200.000 € kommen. Dazu so um die 100.000 € an Ausgaben, basierend auf einer Studie der Bundesbank. Rechnet man mit weiteren 200.000 €, die der Staat aufbringt (Schule, Gesundheit, ...), die aber auch Eltern mindestens zur Hälfte über Steuern und S-Beiträge finanzieren, so wären wir bei rd. 400.000 € = 80 %, die die Eltern in den 20 Jahren für den Erhalt, für die Zukunft der Gesellschaft leisten, bei Studiumnoch mehr.. Dazu berufliche und Einkommenseinbußen. Und obendrein, Mütter von zwei oder mehr Kindern erreichen nur knapp 40 % der Rente kinderloser Frauen. Rein ökonomisch sicher sehr unvernünftig, sich für eigene Kinder entscheiden.Laut unserem Generationenvertrag sorgen ALLE Aktiven für alle Alten. Dazu gehöre zwingend, so die Konstrukteure dieses Vertrages (Schreiberplan 1957), dass gerechterweise auch gleichzeitig ALLE Aktiven die Kosten des Kinderaufziehens tragen müssen, weil sie ja ALLE im Alter von heutigen Kindern versorgt werden wollen. Eine Kinderkasse für eine Kinderrente neben den Rentenkassen war im Schreiberplan gefordert. Adenauer strich diese, kalkulierend so leichter Wahlen zu gewinnen.
Faktisch betreiben somit seit Adenauer beide Volksparteien Sozialbetrug an Eltern, insbesondere an Müttern, rein rechtlich natürlich durch demokratische Wahlentscheidungen abgesichert.

Ist es also ökonomisch sehr unvernünftig, sich Kinder zu leisten? Nicht unbedingt. Meine Ältester, diplomierter Informatiker und Betriebswirt, "ging" gleich nach dem Studium, blendender Start im Ausland. "Das wird hier zu teuer für uns, Papa!"  Mein Jüngster, Master Mathematik, speziell dazu Versicherungswesen und Statistik, erwägt auch ...
Ähnlich Aussagen, wie ich sie immer wieder von angehenden Kaufleuten im Politikunterricht (Kfm. Berufskolleg, Unterichtsreihe über Demografie und Familienpolitik), hörte:
"Meine Eltern vom Sozialstaat betrogen, und ich soll doppelt zahlen, obendrein auch noch zusätzlich für mein Alter selber sparen? Nicht mit mir!" Das besonders deutlich in kompletten Abiturientenklassen, die meist die Ausbildung statt Praktikum vor dem Studium machen.
Praktische Bestätigung, es entscheiden sich derzeit jährlich 170.000 junge Akademiker jährlich zum "Gehen". Ein Drittel für immer. Der Trend dürfte wohl stark zunehmen, wenn die Aktiven, die Jungen in wenigen Jahren mit drastisch steigenden Sozialbeiträgen konfrontiert werden. Eines der unumstößlichsten Grundrechte des Bürgers ist es nun mal, eine sie ungerecht behandelnde Gemeinschaft verlassen zu dürfen. Billigt man das nicht auch emphatisch den vielen zu uns kommenden Afrikanern zu? Wie ein "Verschenken" von Nachwuchs in beiden Richtungen, das man allerdings richtig bewerten sollte.
Nun denn, für mich, inzwischen längst pensioniert, mag der Sozialstaat noch lange genug durchhalten. Und wenn nicht, "dann schicken wir Dir jeder einen Tausender im Monat, Papa!"Wichtiger und letztlich befriedigend ist aber doch, die eigenen Kinder in zukunftsfähiger Situation zu sehen.

Mit freundlichen Grüßen
Heinrich Oldenburg

Zurück