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Aktuelles

Gericke zum Hebammen-Dilemma

Neue Preissteigerungen bei Hebammen-Haftpflicht: „Die Bundesregierung hat versagt!“ / Schreiben an die Gesundheitsminister: Familien-Partei fordert „Masterplan Geburtshilfe“ in Bund und Ländern / „Wir brauchen einen Hebammen-Fonds!“
 
BRÜSSEL/BERLIN. „Die erneute Preissteigerung der Hebammenhaftpflicht auf unerträgliche 6843 Euro jährlich ist eine Zahl, die für das gesundheitspolitische Komplettversagen und eine Bankrotterklärung der Bundesregierung steht“, sagt Arne Gericke, Europaabgeordneter der Familien-Partei. In nur einem Jahr sei die Prämie um weitere 600 Euro gestiegen, seit 1980 ist der Betrag um mehr als das 220fache angewachsen: "Schlichtweg existenzvernichtend!". Für seine Partei hat Gericke - in enger Kooperation mit Hebammen und Fachverbänden - bereits vor Monaten einen „Masterplan Geburtshilfe“ erarbeitet. Heute nun hat er diesen an Bundesgesundheitsminister Gröhe und alle Landesminister versandt: „Mir geht es um echte Veränderung zum Wohle der Geburtshilfe. Die Taten- und Konzeptlosigkeit der Großen Koalition ist himmelschreiend. Wenn unsere Ideen helfen können, etwas zu verbessern, dann ist das gut so“, so Gericke.
 
Als Europaabgeordneten begleitet das Thema Geburtshilfe bereits seit seiner Wahl im Juli 2014: „Ich war schon lange im engen Kontakt mit Hebammen und anderen Geburtshelfern. Die Bedrohung ihrer Existenz und das schleichende Sterben der Geburtshilfe in Deutschland sind keine neuen Entwicklungen. Bund, Länder und die großen Parteien haben es lediglich geschafft, bislang ihren Kopf in den Sand zu stecken, wenn es um die Klagen der Hebammen ging. Damit muss endlich Schluss sein!“, so Gericke.
 
In dem von ihm vorgelegten Konzept eines „Masterplans Geburtshilfe“ für Bund und Länder skizziert der Europaabgeordnete deshalb mehr als ein Dutzend „drängender Maßnahmen zur Rettung der Geburtshilfe und des Rechts auf selbstbestimmte, sichere Geburt in Deutschland“. Dabei, so Gericke, „geht es nicht nur um die freien Hebammen: Bundesweit schließen fast wöchentlich Geburtsstationen, weil Ökonomen mit kühlem Kalkül und scharfer Rechnung feststellen, dass ein solches Angebot keinen Gewinn abwirft. Das ist gesundheitspolitischer Irrsinn“, sagt Gericke.
 
„Keiner Gebärenden kann zugemutet werden, 50-60 Kilometer zur nächsten Geburtenstation zu fahren. Deutschland wird zunehmend zum geburtstechnischen Entwicklungsland“, so Gericke. Bereits mehrfach hat er sich persönlich für den Erhalt von Hebammenpraxen oder Geburtstationen stark gemacht - zuletzt in Wolgast, Illertissen und Solingen. „Ich könnte täglich durch die Republik reisen, um gemeinsam mit Eltern, Ärzten und Hebammen gegen die Schließungen zu kämpfen - das macht wütend, das macht traurig. Ich weiß auch nicht, wie Gröhe nachts auch nur ein Auge zutun kann: Die Entwicklung bei Hebammen und Geburtsstationen ist verheerend, seine Politik ein absolutes Desaster!“ Da, so Gericke weiter, „hilft es auch nichts, dass junge Hinterbänklerinnen der Union das Thema langsam für sich entdecken und werbewirksam zur nächsten Hebammenpraxis marschieren. Foto-Termine ersetzen keine Gesetzes-Initiativen!“
 
Genau deshalb hält der Rostocker Abgeordnete konkret dagegen: In seinem „Masterplan Geburtshilfe“ fordert Gericke unter anderem die Aufnahme des „Rechts auf sichere Geburt“ ins Grundgesetz, die Einrichtung eines staatlichen Fonds zur Deckung und Deckelung der Hebammen-Haftpflicht auf dem Wert von 2010, eine bessere Vergütung der Hebammenleistungen sowie die stärkere Einbindung der Hebammen in der Vorsorge. Eingeführt werden solle zudem ein „Wartegeld“ nach Schweizer Modell. Kommunen sollen künftig - auch mittels EU-Förderung - kommunale Geburtshäuser einrichten können und Hebammen vor Ort mehr soziale Beratung übernehmen. Zudem will Gericke eine Aufwertung der Hebammenausbildung und deren volle europaweite Anerkennung.
 
Den kompletten „Masterplan Geburtshilfe“ finden Sie online unter http://bit.ly/1Yc3Bcy

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