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Aktuelles

Amigo

 

 

Frankfurter Rundschau

Kommentar zu CSU-Affäre

Nichts mehr gönnen

 

Dutzende CSU-Mitglieder haben Verwandte beschäftigt.

Von Holger Schmale

Hartz-IV-Empfängern wird schon lange nichts mehr gegönnt. Warum sollte es bei den CSU-Amigos anders sein?

Man kann die Affäre um die Beschäftigung von Verwandten auf Steuerkosten vor allem durch CSU-Landtagsabgeordnete als eine typisch bayerisch-christsoziale Amigo-Affäre abtun. So, wie man in der systematischen Einstellung von FDP-nahen Mitbürgern im FDP-geführten Entwicklungshilfeministerium ein typisches Projekt der Klientelpartei erkennen kann. Oder in der Steuerhinterziehung von Uli Hoeneß die typische Anmaßung eines reichen Erfolgsmenschen, über Recht und Gesetz zu stehen.

Man könnte freilich auch sagen: Was soll die Aufregung? Lass doch Fünfe einmal gerade sein. Das war eine über Jahrzehnte in der Bundesrepublik und besonders in Bayern vorherrschende Haltung; man muss auch jönne könne, sagte der Rheinländer dazu. Damit ist Schluss. Heute ist ein gnadenloser Zug in den Umgang mit solchen Grenzüberschreitungen eingezogen.

Das hat etwas mit der Kälte zu tun, die weniger begüterte Menschen in diesem Land zu spüren bekommen haben: die Hartz-IV-Empfänger, die jede Briefmarke in ihrem Besitz angeben müssen, die Minilohnempfänger, die schauen müssen, wie sie klar kommen und bestimmt keine Rabattmarke mitgehen lassen dürfen. Diesen Menschen wird auch nichts mehr gegönnt, obwohl sie es vielleicht nötig und verdient hätten. Da wird der Blick auf die tricksenden Oberen gnadenlos.

Artikel URL: http://www.fr-online.de/meinung/kommentar-zu-csu-affaere-nichts-mehr-goennen,1472602,22672606.html

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